Smarte Türklingeln im Vergleich

Eine smarte Türklingel ist nicht nur sehr komfortabel, sondern sorgt mittels eingebauter Kamera auch für mehr Sicherheit. Reisemobil PRO hat zwei Modelle vom Marktführer Ring verglichen.

Ring wurde 2012 in Kalifornien gegründet und hat neben nachrüstbaren Türklingeln auch Überwachungskameras im Smart-Home-Segment im Portfolio. Anfang 2018 erfolgte die vollständige Übernahme durch Amazon für eine Milliarde US-Dollar.

Bekannt wurde Ring vor allem durch die intelligente Türklingel Ring Video Doorbell. Bei Betätigen der Türklingel wird ein Livestream zum Smartphone aufgebaut, sodass man auch von unterwegs mit Besuchern kommunizieren kann.

Im Bereich der smarten Türklingeln gibt es bei Ring zur Zeit vier Modelle:

    • Ring Video Doorbell Elite
      • 1080p
      • Stromversorgung mittels Power-over-Ethernet (PoE)
      • 2.4 GHz oder 5.0 GHz 802.11 b/g/n

Ring Video Doorbell 2 oder Ring Video Doorbell Pro

Die beiden zur Zeit interessantesten Modelle sind die Doorbell 2 als verbesserter Nachfolger der noch erhältlichen Doorbell und die noch etwas umfangreicher ausgestattete Doorbell Pro.

Der Hauptunterschied zwischen beiden Modellen liegt in der Stromversorgung und der automatischen Bewegungserkennung. Außerdem kann die Doorbell Pro auch in 5-GHz-WLAN-Umgebungen operieren, während die Standardversion auf 2,4 GHz beschränkt ist. Beim Design ist die Pro geringfügig kleiner und schicker, weil hier der eingebaute Akku fehlt.

Ring Video Doorbell 2

Die Ring Video Doorbell 2 ist de facto das aktuelle Standardmodell aus dem Hause Ring. Sie bietet eine Videoauflösung in Full-HD von 1080p und deckt mit ihrem Weitwinkelobjektiv ein Sichtfeld von 160 Grad ab. Der eingebaute und rausnehmbare Akku ist die Hauptstromquelle, ein Anschluss an den vorhandenene Klingeldraht ist nicht zwingend notwendig, aber leicht möglich. Der Akkuwechsel ist bequem möglich, nur eine kleine Sicherungsschraube muss entfernt werden, damit der Akku nicht unbefugt entfernt wird.

Per Live-View-Modus in der Ring-App sieht man jederzeit, was sich vor der Haustür abspielt. Eine Betätigung der Klingel ist hierfür nicht notwendig. Der eingebaute Bewegungsmelder kann auf bestimmte Bildausschnitte reagieren; ein frequentierter Gehweg vor dem Haus kann beispielweise von der Bewegungsmeldung ausgenommen werden. Infrarot-LED sorgen bei Nacht für ein akzeptables Videobild.

Ring Video Doorbell Pro

Die Ring Video Doorbell Pro kann im Akku-Betrieb verwendet werden und erfordert deshalb eine feste Stromversorgung per mitgeliefertem 24-V-Trafo. Für den Umbau des vorhandenen 12-Volt-Klingeltrafos auf den mitgelieferten 24-Volt-Trafos im modernen Verteilerkasten benötigt ein Elektriker nur wenige Minuten.

Die Pro ist mangels eingebautem Akku ein wenig schmaler und dünner als die Doorbell 2. Zum Lieferumfang gehören vier Faceplate genannte Blenden, mit denen die Türklingel harmonisch an die Umgebung angpasst werden kann. Insgesamt wirkt die Doorbell Pro eleganter.

Wie die Doorbell 2 bietet die Pro Nachtsicht- und einen Live-View-Modus, kann aber zusätzlich noch Bewegungen nachverfolgen. Der Blickwinkel ist mit 160 Grad identisch.

Für beide Türklingeln empfiehlt der Hersteller einen Upload von 2 Mbit/s.

Winkeladapter für gerichtete Montage

Um die Ring-Türklingel Richtung Besucher auszurichten, gibt es verschiedene Winkeladapter zur Montage zwischen Wand und Doorbell in sowohl vertikaler als auch horizontaler Richtung. Diese Winkeladapter gibt es in verschiedenen Farben und Ausführungen – sowohl direkt von Ring, als auch von Zubehöranbietern.

Von Ring direkt gibt es diese Eck- und Keilbausatz genannten Zubehörteile in schwarz und weiss, für die Pro-Version seltsamerweise jedoch nur in weiß. Um die hauptsächlich schwarze Doorbell Pro perfekt an den Winkeladapter anzupassen, empfiehlt der Hersteller, diesen zu lackieren. Am einfachsten geschieht dies mit einem geeigneten Sprühlack, z.B. Nigrin Lackspray matt in der Sprühdose.

Und wenn man sowieso schon beim Sprühlackieren ist, kann man im selben Arbeitsschritt auch die Faceplates lackieren und auf diese Weise den eher aufdringlichen Ring-Schriftzug dezent entfernen.

Welches Modell für welchen Einsatzbereich?

Im Praxistest hatten wir zunächst die Ring Video Doorbell 2 installiert und zur Stromversorgung an den vorhandenen Klingeldraht angeschlossen. Bei vollgeladenenem Akku und aktivierter Bewegungserkennung hielt diese Installationskombination, die die Türklingel aus Akku und Strom vom Klingeltrafo versorgt, nur ein paar Tage durch. Natürlich aktiviert man anfangs auch sehr oft das Live View-Bild, vom Smartphone aus, aber auch innerhalb der sehr gelungenen MacOS-App. Nach drei Tagen im Einsatz war der Akku leider komplett leer, der Klingeltrafo liefert offenbar nicht genug Power, um die Doorbell 2 anständig und dauerhaft mit Energie zu versorgen. Auch vorher schon konnten wir feststellen, dass Live View nur unzuverlässig anspricht und der Videoaufbau erst nach vielen Sekunden geschieht – wenn das Videobild denn dann überhaupt gestartet werden konnte.

Die Rücksprache mit dem sehr freundlichen Ring-Kundendienst brachte dann die Erkenntnis, dass die Doorbell 2 eher für den Einsatz ohne aktivierte Bewegungserkennung geeignet ist und wenig Strom vom Klingeltrafo zieht. Bei cirka 30 Beweungsmeldungen und vielen Klingelvorgängen mit Videostream pro Tag solle man eher zur teureren Ring Video Doorbell Pro ohne eingebauten Akku greifen. Der vorhandene Klingeltrafo muss ersetzt durch den mitgelieferten 24-Volt-Trafo, an der Verkabelung muss allerdings keine Veränderung vorgenommen werden.